Kontaktform

Facebook

TÜV-SÜD Zertifikat

Finden Sie schnell und einfach mittels eines Kurzchecks heraus, ob wir Ihnen behilflich sein können.

Test starten

Sind Sie älter als 18 Jahre?

Nein Ja

Haben Sie irgendeine Gewebe - oder Blutgefäßkrankheit?

Nein Ja

Sind Sie schwanger?

Nein Ja

Haben sich Ihre Dioptrienwerte in den letzten 6 Monaten verändert?

Nein Ja

Haben Sie eine unkontrollierte Diabetes?

Nein Ja

Haben Sie eine psychiatrische Krankheit?

Nein Ja

Haben Sie eine Hornhautkrankheit oder Keratokonus?

Nein Ja

Leider sind Sie für eine Lasikbehandlung nicht geeignet.

Повтори

FACTS: Gute Reise, gute Besserung

 Bitte klicken Sie auf das Foto, um alles zu lesen.

 14, TITELSTORY, MEDIZIN, FACTS 26/06

Augenlasern in der Türkei, Stammzellentherapie in Thailand, das Wunschkind in Spanien – geht es um medizinische Leistungen, lassen sich Schweizerinnen und Schweizer neuerdings gern im Ausland behandeln.  

Von Odette Frey und Kurt Brandenberger

Mit einem Zischen gleitet die Glastür zur Seite. Popmusik schallt aus dem Flur. Willkommen bei Eyestar, einer Klinik in Istanbul,die sich auf das Lasern von Augen spezialisiert hat. Draussen braust derVerkehr durch die Hitz, drinnen herrscht entspannte Klubstimmung. Gilbert Schiesser holt sich eine Cola von der Bar und lässt sich ins weisse Kunstlederpolster sinken.

Der 40-jährige Familienvater aus Dielsdorf ist nach Istanbul geflogen, um sich hier die Augen lasern zu lassen. Gestern checkte er in sein Hotel im trendigen Viertel Beyoglu ein. Heute wird er operiert.

Übermorgen ist er wieder zu Hause – mit scharfer Sicht.

Die Metropole am Bosporus ist die heimliche Hauptstadt der Lasik, der Laseroperation am Auge, die von Kurz- und Weitsichtigkeit befreit. Vor allem aus Westeuropa reisen die Brillen- und Kontaktlinsenmüden hierher zur Schnäppchenjagd: In der Schweiz kostet eine Lasik-Operation 7000 Franken. Ein Luxuseingriff, den die Krankenkassen nicht vergüten. In Istanbul muss Schiesser einen Bruchteil davon hinblättern: 1000 Euro.

Augenlasern in der Türkei, Fettabsaugen in Tunesien, das lang ersehnte Wunschkind in Spanien – geht es um medizinische Leistungen, handeln immer mehr Schweizer und Schweizerinnen pragmatisch. Sie reisen kurzerhand ins Ausland, wo gute Medizin für wenig Geld zu haben ist. Oder medizinische Leistungen angeboten werden, die in der Schweiz nicht erhältlich sind – etwa die Eizellspende oder eine neue Stammzellentherapie fürs Herz. Lasik-Tourist Schiesser bringt es auf den Punkt: «Es gibt auch im Ausland gute Ärzte. Warum soll ich mich nicht dort behandeln lassen?»

Medizintourismus ist ein weltweites

Phänomen: US-Amerikaner ohne Krankenversicherung, Briten, die zu Hause monatelang auf die Operation warten müssten, fliegen nach Thailand, Singapur oder Indien. Dort gibts den Bypass, das neue Hüftgelenk sofort und zum Spottpreis. Galt es früher als Alptraum, im Ausland krank zu werden, fliegt man heute krank ins Ausland. «Auf das US-Gesundheitssystem könnte das einen Effekt haben, wie ihn die japanische Autoindustrie auf die amerikanische hatte», prophezeit der Princeton-Ökonom Uwe Reinhardt.

Club Medic statt Club Med

Im globalen Spital herrschtArbeitsteilung: Kuba gilt als Geheimtipp für gewisse Hautkrankheiten, Brasilien ist ein Mekka für Schönheitsoperationen und Südafrika lockt mit der Safari nach dem Facelifting – Club Medic statt Club Med. 

Gilbert Schiesser und seine fünf Mitpatienten studieren die Einverständniserklärung für die Lasikoperation. Sie ist in perfektem Deutsch abgefasst. Fliessend Deutsch sprechen auch zwei der fünf Mitarbeiter, die sich um die Patienten kümmern. Sie bemühen sich um eine betont lockere Atmosphäre. Es wird gelacht und gescherzt. Die Frau aus Stuttgart, die ein wenig zögerlich über die Schwelle trat, schaut nun ganz vergnügt. Klinikchef Gürkan Çelikkol hat an zwei renommierten US-Universitäten in der Forschung gearbeitet und ist in die Türkei zurückgekehrt mit dem Ziel, «eines der besten Lasercenter derWelt aufzubauen». Das bedeutet auch: keine Massenabfertigung. Maximal zehn Patienten werden pro Tag vom diensthabenden Arzt operiert, neun davon sind Ausländer. «Wir legen Wert darauf, dass Voruntersuchung, Operation und Nachkontrolle vom gleichen Chirurgen durchgeführt werden», sagt Çelikkol. Alle seine Ärzte hätten schon zwischen 5000 und 20 000 Lasik-Eingriffen hinter sich. «Wir operieren nur Patienten, die sich wirklich für eine Lasik eignen. Etwa jeden zehnten weisen wir ab, weil die Lasik bei ihm kein gutes Ergebnis bringen würde.» Am frühen Nachmittag legt sich Gilbert Schiesser im OP-Raum auf die Liege. Der Chirurg beugt sich über ihn, zwei Assistenten gehen zur Hand. Nach zwanzig Minuten ist alles vorbei. «Meine Erwartungen wurden übertroffen», sagt ein zufriedener Schiesser am nächsten Tag. «Ich sehe fast schon beängstigend scharf.»  Hat Schiesser einfach Glück gehabt, oder kann eine Lasik-Operation in der Türkei tatsächlich so gut sein wie bei uns? Ja, sie kann. Doch die Unterschiedevon Klinik zu Klinik,von Chirurg zu Chirurg sind in der Türkei so gross wie hier zu Lande. Die Qualität hängtvon vielen Faktoren ab. Etwa von den Geräten. Der Laser in der Eyestar-Klinik ist ein Allegretto Wave Eye-Q 400 Hz. «Topmodern», attestiert der Schweizer Lasik-Experte Farhad Hafezi, der an der renommierten Privat-Augenklinik IROC in Zürich arbeitet, «es gibt in der Schweiz Ärzte, die ältere Geräte verwenden.»

Wer unkomplizierte Augen hat, könne sich an vielen Orten gut behandeln lassen, sagt Hafezi. «Etwa fünf Prozent der Fälle jedoch sind kompliziert und müssen genau abgeklärt werden.» Fliessband-Kliniken solle daher meiden, wer sich im Ausland umsieht. 

Klar ist: Ob ein Lasik-Eingriff gelingt oder nicht, ist keine Frage des Landes. Ein türkischer oder thailändischer Arzt, der sich auf Lasik spezialisiert hat, leistet vermutlich bessere Arbeit als der Schweizer Augendoktor um die Ecke, der nur eine Hand voll Eingriffe pro Jahr durchführt. Und mit einer schlampigen Voruntersuchung kann einem ein Arzt in Bern wie in Bangalore die Augen verpfuschen.  

 

 

 

PatientenberichteMehr

 Mit den Korrigierten Augen auf in einen  neuen Lebensabschnitt. ... (siehe original)

Luca Pangrazio

PatientenbilderMehr